Antidumpingzölle auf Rohre aus duktilem Gusseisen aus Indien könnten 2027 auslaufen

Die Europäische Kommission weist mit der Bekanntmachung C/2026/4910 vom 23. September 2026 auf das bevorstehende Auslaufen der Antidumpingmaßnahmen gegenüber bestimmten Rohren aus duktilem Gusseisen mit Ursprung in Indien hin.

Ohne Einleitung einer Auslaufüberprüfung endet die Maßnahme am 17. Juni 2027. Für Importeure bedeutet die Bekanntmachung zunächst keine Änderung der aktuell geltenden Antidumpingzölle.

Was ist geregelt?

Betroffen sind Rohre aus duktilem Gusseisen, auch bekannt als Gusseisen mit Kugelgrafit, mit Ursprung in Indien.

Die bestehende Maßnahme erfasst:

ex KN 7303 00 10 – TARIC 7303 00 10 10
ex KN 7303 00 90 – TARIC 7303 00 90 10

Ausgenommen sind duktile Rohre ohne Innen- und Außenbeschichtung („blanke Rohre“).

Aktuell gelten folgende endgültige Antidumpingzölle:

HerstellerAntidumpingzollTARIC-Zusatzcode
Jindal Saw Limited3,0 %C054
Electrosteel Castings Ltd.7,0 %C055
Alle übrigen Unternehmen14,1 %C999

Für die Anwendung der unternehmensspezifischen Zollsätze ist eine gültige Handelsrechnung mit der in der Verordnung vorgeschriebenen Erklärung erforderlich. Fehlt diese, gilt der Zollsatz für alle übrigen Unternehmen.

Wen betrifft das?

Die Entwicklung ist insbesondere für Importeure und Verwender duktiler Gussrohre aus Indien relevant. Solange die Maßnahme besteht, müssen Warenkreis, nichtpräferenzieller Ursprung, Hersteller und gegebenenfalls der zutreffende TARIC-Zusatzcode geprüft werden. Weiterlesen

Glasfaserverstärkungen aus Ägypten: EU hält Ausgleichszoll von 13,1 % aufrecht

Die Europäische Kommission hält die bestehenden Ausgleichsmaßnahmen auf bestimmte Waren aus Endlosglasfaserfilamenten (Glasfaserverstärkungen) mit Ursprung in Ägypten aufrecht. Grundlage ist die Durchführungsverordnung (EU) 2026/2107, die nach Abschluss einer Auslaufüberprüfung erlassen wurde.

Für Importeure ist besonders zu beachten, dass neben dem Ausgleichszoll weiterhin auch ein Antidumpingzoll auf die betroffenen Waren besteht.

Was ist geregelt?

Der endgültige Ausgleichszoll beträgt weiterhin 13,1 % des Nettopreises frei Grenze der Union, unverzollt.

Erfasst werden:

KN 7019 11 00 – Glasstapelfasern mit einer Länge von höchstens 50 mm

ex KN 7019 12 00 – Glasfaserrovings
TARIC 7019 12 00 22, 7019 12 00 25, 7019 12 00 26 und 7019 12 00 39

KN 7019 14 00 – Matten aus Glasfaserfilamenten

KN 7019 15 00 – Matten aus Glasfaserfilamenten.

Ausgenommen sind insbesondere getränkte und beschichtete Glasfaserrovings mit einem Glühverlust von mehr als 3 % nach ISO 1887 sowie Matten aus Glaswolle.

Welche Ausgleichszölle gelten?

Für Jushi Egypt for Fiberglass Industry S.A.E. gilt ein Ausgleichszoll von 13,1 % mit dem TARIC-Zusatzcode C540.

Für alle übrigen Einfuhren mit Ursprung in Ägypten gelten ebenfalls 13,1 %, mit dem TARIC-Zusatzcode C999. Weiterlesen

Gerichtliche Entscheidungen und Einzelerlasse zu Einreihungsfragen: Bwegliche Geräte zur Bewässerung – Unterposition 8424 49 90

Protokollerklärung des Ausschusses für den Zollkodex, Fachbereich Zolltarifliche und Statistische Nomenklatur (Teilbereich Textilien und Mechanik/Verschiedenes) – 282. Sitzung des Ausschusses für den Zollkodex vom 15. bis 17. Juni 2026:

Warenbeschreibung

Bei den Waren handelt es sich um bewegliche Geräte zur Bewässerung, z. B. für eine Rasenfläche von etwa 200 bis 300 m². Die Waren bestehen aus einer Plattform mit Anschluss für einen Gartenschlauch und einem beweglichen mechanischen Teil mit Sprühdüsen. Die Bewegung des mechanischen Teils wird durch den Wasserdruck (zum Beispiel Dreh- oder Schwingbewegung) gewährleistet. Der Wasserdurchfluss kann manuell eingestellt werden.

Einreihung

Die Waren sind in Anwendung der Allgemeinen Vorschriften 1 und 6 in die Unterposition 8424 49 90 als „andere Spritz-/Sprühgeräte für die Gartenbewässerung“ einzureihen.

Begründung

Der Ausschuss kam zu dem Schluss, dass die fraglichen Waren als Spritz-/Sprühgeräte für die Gartenbewässerung in den KN-Code 8424 49 90 eingereiht werden (auf Französisch: „Pulvérisateurs pour pelouse“), da der Begriff „Sprühgeräte/Pulvérisateurs“ nicht nur Waren abdeckt, die einen Sprühnebel ausbringen z. B. Herbizide versprühen, sondern auch Geräte zur Gartenbewässerung durch Beregnung. Der Wasserdurchfluss der betreffenden Waren kann manuell von großen Wassertropfen bis hin zu feinem Nebel eingestellt werden. Die Spritz-/Sprühgeräte für die Gartenbewässerung können ortsfest oder beweglich sein (siehe HS-Erläuterungen zu Position 8424 Buchstabe D Absatz 2, Nr. 1).

Darüber hinaus bedeutet Gartenbau, den Boden des Gartens zu kultivieren, unabhängig von der Größe des Gartens und ob der Anbau kommerziell erfolgt oder nicht.

(Stand: 15.09.2026)

Gerichtliche Entscheidungen und Einzelerlasse zu Einreihungsfragen: Dünne Heizkerne aus Aluminium – KN-Code 8708 91 35

Protokollerklärung des Ausschusses für den Zollkodex, Fachbereich Zolltarifliche und Statistische Nomenklatur (Teilbereich Textilien und Mechanik/Verschiedenes) – 282. Sitzung des Ausschusses für den Zollkodex vom 15. bis 17. Juni 2026:

Warenbeschreibung

Dünne Heizkerne aus Aluminium, bei denen es sich um quaderförmige Waren aus Aluminium handelt, mit Abmessungen von etwa 178 × 169 × 35 mm bzw. 186 x 183 x 35 mm. Sie sind mit Kühlrippen und zwei Anschlüssen (Einlass- und Auslass) für die Kühlflüssigkeit aus dem Verbrennungsmotor des Fahrzeugs ausgestattet. Nach den bereitgestellten technischen Informationen werden sie in das HLK-System (Heizung, Lüftung und Klimaanlage) der Fahrzeuge integriert. Aufgrund ihrer Größe, Konstruktion und Abmessungen eignen sie sich für den Einsatz mit spezifischen HLK-Systemen, die für bestimmte Fahrzeuge ausgelegt sind. Ihre Funktion besteht darin, die Wärme der Kühlflüssigkeit des Verbrennungsmotors an die Luft der Fahrzeugkabine zu übertragen, wenn diese auf die Kühlrippen der Waren trifft.

Einreihung

Die Waren sind in die Unterposition 8708 91 35 als Teile und Zubehör für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705, Kühler für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705, in Anwendung der Allgemeinen Vorschriften 1 und 6, Anmerkung 2 e) und Anmerkung 3 zu Abschnitt XVII sowie nach dem Wortlaut der KN-Codes 8708, 8708 91 und 8708 91 35 einzureihen.

Begründung

Bei den betreffenden Waren handelt es sich um die sogenannten „Heizkerne“, die in das HLK-System (Heizung, Lüftung und Klimaanlage) der Fahrzeuge integriert sind. Sie sind Bestandteile des Kühlsystems des Motors, d. h. sie sind mit diesem verbunden, und ihre Funktion besteht darin, die Wärme der Kühlflüssigkeit des Verbrennungsmotors an die Luft der Fahrzeugkabine zu übertragen. Sie nutzen die Wärme des Motors, um die Kabine aufzuwärmen und erfüllen somit die Funktion eines Kühlers für Waren des Abschnitts XVII (siehe Anmerkung 1 l) zu Abschnitt XVI, Anmerkung 2 e) zu Abschnitt XVII).

In den einschlägigen HS-Erläuterungen zu Position 7322 heißt es: „Heißluftverteiler, die vom Fahrzeugmotor erzeugte Wärme verwenden und notwendigerweise mit diesem Motor verbunden sein müssen, sind jedoch aufgrund von Anmerkung 1 g) zu Abschnitt XV und Anmerkung 3 zu Abschnitt XVII dem Abschnitt XVII zuzuweisen.“ Da die Waren kein Kältemittel zum Abkühlen und Entfeuchten der Luft verwenden, ist eine Einreihung in die Position 8415 als Teil einer Klimaanlage für Kraftfahrzeuge ausgeschlossen.

Entsprechend den objektiven Merkmalen der Waren sowie ihrer Verwendungszwecke und Funktionen, gelten sie daher als Kühler für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705 der Position 8708 und sollten als Teile und Zubehör für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705 in den KN-Code 8708 91 35 eingereiht werden.

(Stand: 18.09.2026)

Quelle: Zoll.de

Gerichtliche Entscheidungen und Einzelerlasse zu Einreihungsfragen: Waffenschränke aus Stahl – KN-Code 8303 00 40 einzureihen

Protokollerklärung des Ausschusses für den Zollkodex, Fachbereich Zolltarifliche und Statistische Nomenklatur (Teilbereich Textilien und Mechanik/Verschiedenes) – 282. Sitzung des Ausschusses für den Zollkodex vom 15. bis 17. Juni 2026:

Warenbeschreibung

Waffenschränke aus Stahl in verschiedenen Ausführungen mit einheitlichen Konstruktionsmerkmalen, vollständig aus Stahl gefertigt, mit einer Wandstärke von 2 mm sowie einer Türstärke von 3 mm. Die Schränke sind am Boden und an der Rückseite mit Bohrungen zur Verankerung am Boden oder an der Wand versehen und sind mit Betonankern zur Befestigung ausgestattet. Die Erzeugnisse liegen entweder als Langwaffenschränke mit Abmessungen von 25–53 × 25–54 × 150 cm oder als Kurzwaffenschränke mit Abmessungen von 25 × 35 × 23 cm vor. Die Langwaffenschränke sind entweder mit zwei Schlüsselschlössern mit 4 Verriegelungspunkten und vier beweglichen Bolzen oder mit elektronischen Schlössern mit 5 beweglichen und 3 festen Bolzen ausgerüstet. Die Kurzwaffenschränke sind entweder mit einem Schlüsselschloss oder einem elektronischen Schloss und jeweils 2 Bolzen ausgestattet.

Einreihung/ Begründung

Die Erzeugnisse sind unter Anwendung der Allgemeinen Vorschriften 1, 3 b und 6 als Panzerschränke in den KN-Code 8303 00 40 einzureihen. Die objektiven Merkmale (Dicke und Material (Stahl) der Wände und Türen, sichere Verriegelungsmechanismen und vorgebohrte Löcher zur Befestigung der Gegenstände an der Wand oder dem Boden mit den mitgelieferten Ankern) sind mit denen von Panzerschränken der Position 8303 vergleichbar. Aufgrund der Anmerkung 1 d) zu Kapitel 94 sind Panzerschränke der Position 8303 von diesem Kapitel ausgenommen. Die Waren können als Panzerschränke der Position 8303 angesehen werden, so dass diese Einreihung Vorrang vor der Position 9403 hat. Da die betreffenden Gegenstände fest an Ort und Stelle befestigt werden müssen, um die Waffen gegen Diebstahl und Missbrauch zu sichern, entsprechen sie außerdem nicht vollständig der Bezeichnung „Möbel“ im Sinne der KN-Erläuterungen zu Position 9403, die Möbel als „bewegliche Gegenstände“ kennzeichnet.

Darüber hinaus gelten für die in Rede stehenden Waren die 2017 angenommenen Einreihungs-Avise 8303 00/1 und 8303 00/2, mit denen zwei Safes in die HS-Unterposition 8303 00 eingereiht worden sind. Die objektiven Merkmale der betreffenden Waren (Stahlkonstruktion, Wand-/Türstärke, Art der Verriegelungsmechanismen) sind den in den o.g. Einreihungs-Avisen beschriebenen Waren hinreichend ähnlich. Der Unterschied in den Abmessungen und die Tatsache, dass sie speziell für die Lagerung von Waffen bestimmt sind, stellen keinen signifikanten Unterschied dar, der eine andere Einreihung rechtfertigt: Panzerschränke werden verwendet, um eine Vielzahl von Gegenständen sicher zu lagern und sind in einer Vielzahl von Größen erhältlich.

(Stand: 18.09.2026)

Quelle: Zoll.de

EU-Dual-Use-Verordnung: Neue Güterliste für 2026 beschlossen

Die Europäische Kommission hat am 14. September 2026 die jährliche Aktualisierung von Anhang I der Verordnung (EU) 2021/821 angenommen. Der Anhang enthält die EU-Liste der Güter mit doppeltem Verwendungszweck (Dual-Use-Güter).

Für exportierende Unternehmen bedeutet die Aktualisierung, dass bestehende Güterklassifizierungen überprüft werden sollten. Die neue Liste ist allerdings noch nicht in Kraft. Zunächst läuft die übliche zweimonatige Prüfungsfrist für das Europäische Parlament und den Rat. Anschließend erfolgt die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union.

Was ändert sich?

Die Aktualisierung berücksichtigt insbesondere Beschlüsse und Verpflichtungen aus dem Wassenaar Arrangement, der Australia Group und der Nuclear Suppliers Group.

Neu aufgenommen oder wesentlich geändert werden unter anderem Kontrollen für:

Halbleitertechnik: Neue Positionen betreffen beispielsweise Atomic-Layer-Deposition-Anlagen für Molybdän und Ruthenium, EUV-Fertigungs- und Inspektionsanlagen sowie bestimmte Single-Wafer-Reinigungsanlagen.

Hochleistungsrechner und Halbleiter: Die Kontrollen bestimmter leistungsfähiger integrierter Schaltungen werden unter 3A501.a.16 erweitert. Hinzu kommen neue Einträge unter anderem für bestimmte induktive Drehgeber und Leistungshalbleiter.

Neue Materialien und Fertigungstechnologien: Erfasst werden unter anderem bestimmte keramische Matrixverbundwerkstoffe mit Mullitfasern, additive Fertigungsanlagen für energetische Materialien sowie Anlagen zur Herstellung von Siliziumkarbidfasern.

Laser und Gasturbinentechnik: Kontrollparameter verschiedener Laser werden angepasst. Neu aufgenommen wird außerdem bestimmte Technologie zur Entwicklung von Axialkompressoren für Gasturbinentriebwerke.

Daneben enthält die Aktualisierung zahlreiche Änderungen technischer Parameter, Definitionen, Verweise und redaktionelle Anpassungen.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Unternehmen sollten die Aktualisierung zum Anlass nehmen, ihre vorhandenen Dual-Use-Klassifizierungen und Güterlisten gegen die neuen Listenpositionen und geänderten technischen Parameter zu prüfen. Besonders relevant ist dies für Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Elektronik, Hochleistungsrechner, Werkstofftechnik, additive Fertigung, Laser sowie Luft- und Raumfahrt.

Bis zum Inkrafttreten bleibt für die rechtliche Güterklassifizierung noch die derzeit geltende Fassung von Anhang I maßgeblich.

Wouros & Partner – Zoll- und Außenwirtschaftsberatung unterstützt Unternehmen bei der Prüfung und Aktualisierung ihrer Dual-Use-Güterklassifizierungen.thumbnail of Summary of Amendments to Annex 1 to Regulation (EU) 2021-821

 

Quelle / Rechtshinweis

Europäische Kommission, „2026 Update of the EU Control List of Dual-Use Items“, 14.09.2026; C(2026) 6323; Summary of 2026 Amendments to Annex I to Regulation (EU) 2021/821.

Mitteilung der Europäischen Kommission zur Aktualisierung 2026

Nur die im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichte Fassung von Dokumenten der Europäischen Union ist verbindlich. Die Verbindlichkeit des Amtsblatts der Europäischen Union ist in der Verordnung (EU) Nr. 216/2013 des Rates vom 7. März 2013 geregelt. © Europäische Union, 1998–2026

CBAM: EU-Parlament will Anwendungsbereich deutlich erweitern

Beim europäischen CO₂-Grenzausgleichssystem CBAM zeichnet sich eine erhebliche Erweiterung des Warenkreises ab. Das Europäische Parlament hat am 15. September 2026 seine Position für die Verhandlungen über eine Änderung der CBAM-Verordnung beschlossen.

Für Unternehmen wichtig: Die Erweiterung ist noch nicht geltendes Recht. Parlament und Rat müssen sich zunächst auf einen gemeinsamen Verordnungstext verständigen.

Erweiterung auf nachgelagerte Produkte

Die Europäische Kommission hatte bereits im Dezember 2025 vorgeschlagen, den CBAM-Anwendungsbereich ab 1. Januar 2028 um rund 180 nachgelagerte Erzeugnisse mit hohem Stahl- oder Aluminiumanteil zu erweitern.

Damit sollen künftig nicht mehr nur die bisher erfassten Grund- und Vormaterialien, sondern verstärkt auch daraus hergestellte Waren in den CBAM einbezogen werden. Betroffen sein können beispielsweise Verbindungselemente, Drähte, Federn, Maschinen- und Fahrzeugteile sowie Haushaltsgeräte.

Das Europäische Parlament geht in seiner Position noch weiter und möchte den Warenkreis gegenüber dem Kommissionsvorschlag deutlich ausweiten.

Strengere Regeln gegen Umgehungen

Gleichzeitig sollen die Vorschriften gegen eine Umgehung des CBAM verschärft werden. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Rückverfolgbarkeit der verwendeten Materialien, Angaben zu den tatsächlichen Emissionen und Gestaltungen, mit denen CBAM-Verpflichtungen umgangen werden könnten.

Auch die Behandlung von Stahl- und Aluminiumschrott soll angepasst werden.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Unternehmen sollten insbesondere dann aufmerksam werden, wenn sie weiterverarbeitete Waren mit einem hohen Anteil an Stahl oder Aluminium aus Drittländern importieren.

Die endgültige Liste der zusätzlich erfassten KN-Codes steht allerdings noch nicht fest. Kommission, Rat und Parlament vertreten hierzu unterschiedliche Positionen.

Erst nach Abschluss der Verhandlungen steht fest, welche zusätzlichen Waren tatsächlich CBAM-pflichtig werden. Nach dem Kommissionsvorschlag soll die Erweiterung grundsätzlich zum 1. Januar 2028 wirksam werden.

Wouros & Partner – Zoll- und Außenwirtschaftsberatung unterstützt Unternehmen bei der Prüfung ihrer Warennummern und der Frage, welche Auswirkungen die geplante Erweiterung des CBAM auf ihre Einfuhren haben kann.

Quelle / Rechtshinweis

COM(2025) 989 final vom 17. Dezember 2025 – Vorschlag zur Änderung der Verordnung (EU) 2023/956; Gesetzgebungsverfahren 2025/0419(COD); Position des Europäischen Parlaments vom 15. September 2026.

EU-Kommissionsvorschlag COM(2025) 989 bei EUR-Lex

Aktueller Stand des Gesetzgebungsverfahrens beim Europäischen Parlament

Nur die im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichte Fassung von Dokumenten der Europäischen Union ist verbindlich. Die Verbindlichkeit des Amtsblatts der Europäischen Union ist in der Verordnung (EU) Nr. 216/2013 des Rates vom 7. März 2013 geregelt. © Europäische Union, 1998–2026

Betonstahlmatten aus China und der Türkei werden zollamtlich erfasst

Die Europäische Kommission hat mit der Durchführungsverordnung (EU) 2026/2022 die zollamtliche Erfassung bestimmter Betonstahlmatten mit Ursprung in der Volksrepublik China und der Türkei angeordnet.

Die Maßnahme gilt seit dem 12. September 2026 und steht im Zusammenhang mit dem bereits seit Juni 2026 laufenden Antidumpingverfahren.

Welche Waren sind betroffen?

Erfasst werden bestimmte Gitter und Geflechte aus nicht geripptem Draht, die an den Kreuzungsstellen verschweißt sind. Die Waren können auch in Rollen vorliegen und galvanisiert sein.

Betroffen sind derzeit die folgenden Warennummern:

KN 7314 20 90
KN 7314 31 00
KN 7314 39 00

Voraussetzung ist ein Ursprung in der Volksrepublik China oder der Türkei.

Was bedeutet die zollamtliche Erfassung?

Die zollamtliche Erfassung bedeutet noch nicht, dass bereits Antidumpingzölle erhoben werden. Sie ermöglicht der Europäischen Kommission jedoch, später eingeführte endgültige Antidumpingzölle bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen auch rückwirkend auf die seit dem 12. September 2026 erfassten Einfuhren zu erheben.

Die Erfassung läuft grundsätzlich bis zum 12. Juni 2027.

Wie hoch könnte ein Antidumpingzoll ausfallen?

Im Antrag auf Einleitung des Verfahrens wurden Dumpingspannen von 26 % bis 73 % für China und 44 % bis 51 % für die Türkei berechnet.

Diese Werte sind ausdrücklich keine zukünftigen oder bereits feststehenden Antidumpingzollsätze. Die Kommission weist darauf hin, dass die tatsächliche Höhe einer möglichen späteren Zollschuld derzeit noch nicht abgeschätzt werden kann.

Was sollten Importeure beachten?

Unternehmen, die Betonstahlmatten der genannten Warennummern aus China oder der Türkei einführen, sollten die betroffenen Einfuhren und insbesondere Warenbeschreibung, KN-Code, Ursprung, Einfuhrzeitpunkt, Menge und Zollwert nachvollziehbar dokumentieren. Bei der Kalkulation künftiger Einfuhren sollte das Risiko einer möglichen rückwirkenden Antidumpingbelastung berücksichtigt werden.

Wouros & Partner – Zoll- und Außenwirtschaftsberatung unterstützt Unternehmen bei der Prüfung des Warenkreises, der zolltariflichen Einreihung und möglicher Antidumpingrisiken.

Quelle / Rechtshinweis:

Durchführungsverordnung (EU) 2026/2022 der Kommission vom 10. September 2026, ABl. L vom 11. September 2026; Bekanntmachung C/2026/2971 vom 3. Juni 2026.

Nur die im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichte Fassung von Dokumenten der Europäischen Union ist verbindlich. Die Verbindlichkeit des Amtsblatts der Europäischen Union ist in der Verordnung (EU) Nr. 216/2013 des Rates vom 7. März 2013 geregelt. © Europäische Union, 1998–2026

Antidumping: EU überprüft Maßnahmen auf kaltgewalzten Edelstahl aus Indien und Indonesien

Die Europäische Kommission hat mit der Bekanntmachung C/2026/4857 vom 15. September 2026 eine Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumpingmaßnahmen auf bestimmte kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in Indien und Indonesien eingeleitet.

Für Importeure der betroffenen Waren bedeutet dies zunächst: Die bestehenden Antidumpingmaßnahmen laufen nicht einfach aus, sondern bleiben während der Überprüfung bestehen.

Welche Waren sind betroffen?

Die Überprüfung betrifft flachgewalzte Erzeugnisse aus nicht rostendem Stahl, nur kaltgewalzt, die derzeit unter folgende KN-Codes fallen:

7219 31 00, 7219 32 10, 7219 32 90, 7219 33 10, 7219 33 90, 7219 34 10, 7219 34 90, 7219 35 10, 7219 35 90, 7219 90 20, 7219 90 80, 7220 20 21, 7220 20 29, 7220 20 41, 7220 20 49, 7220 20 81, 7220 20 89, 7220 90 20 und 7220 90 80.

Warum wurde die Überprüfung eingeleitet?

Den Antrag stellte am 29. Juni 2026 der Verband der Europäischen Stahlhersteller EUROFER. Nach Auffassung des Antragstellers besteht bei einem Wegfall der Maßnahmen die Gefahr, dass Dumping aus Indien und Indonesien erneut auftritt und der Wirtschaftszweig der Union erneut geschädigt wird.

Die Kommission hält die vorgelegten Beweise für ausreichend, um eine Auslaufüberprüfung nach Art. 11 Abs. 2 VO (EU) 2016/1036 einzuleiten.

Was bedeutet das für Importeure?

Die bestehenden Antidumpingmaßnahmen nach der Durchführungsverordnung (EU) 2021/2012 bleiben zunächst bestehen. Unternehmen, die betroffene Edelstahlprodukte aus Indien oder Indonesien einführen, sollten daher weiterhin insbesondere KN-Code, Warenbeschreibung, Ursprung und anwendbaren Antidumpingzoll vor der Einfuhr prüfen.

Die Untersuchung wird grundsätzlich innerhalb von zwölf Monaten und spätestens innerhalb von 15 Monaten nach Veröffentlichung der Bekanntmachung abgeschlossen.

Wouros & Partner unterstützt Unternehmen bei der Prüfung von Antidumpingmaßnahmen, der zolltariflichen Einreihung sowie der Ermittlung der bei der Einfuhr anzuwendenden zusätzlichen Zölle.

Quelle / Rechtshinweis:

Bekanntmachung C/2026/4857, ABl. C vom 15.09.2026 – Einleitung einer Auslaufüberprüfung der Antidumpingmaßnahmen gegenüber kaltgewalzten Flacherzeugnissen aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in Indien und Indonesien.

Nur die im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichte Fassung von Dokumenten der Europäischen Union ist verbindlich. Die Verbindlichkeit des Amtsblatts der Europäischen Union ist in der Verordnung (EU) Nr. 216/2013 des Rates vom 7. März 2013 geregelt. © Europäische Union, 1998–2026