HS 2028 und Correlation Tables: Keine automatische Überleitung der Warennummern

World Customs Organization (WCO), Correlation Tables HS 2022–2028 (April 2026), basierend auf der WCO Council Recommendation vom 25. Juni 2025

Mit dem Inkrafttreten des Harmonisierten Systems 2028 zum 1. Januar 2028 wird das derzeit gültige HS 2022 weltweit abgelöst. Das von der World Customs Organization entwickelte System wird regelmäßig überarbeitet, um technologische Entwicklungen, regulatorische Anforderungen und Veränderungen im internationalen Handel abzubilden.

Zur Unterstützung dieser Umstellung hat die WCO sogenannte Correlation Tables veröffentlicht. Diese Tabellen dienen ausschließlich als technisches Hilfsmittel zur Überleitung vom HS 2022 auf das HS 2028. Sie stellen ausdrücklich keine verbindlichen Klassifizierungsentscheidungen dar und haben keine rechtliche Bindungswirkung.

Darüber hinaus ist wesentlich, dass die Correlation Tables unterschiedliche Klassifizierungsansätze widerspiegeln. Während der Entwicklung des HS 2028 wurden in einzelnen Bereichen keine einheitlichen Entscheidungen getroffen. Daher enthalten die Tabellen bewusst mehrere mögliche Zuordnungen für bestimmte Waren.

Die WCO weist ausdrücklich darauf hin, dass die Correlation Tables weiteren Änderungen oder Anpassungen unterliegen können („may be subject to further amendments or changes“) und somit keinen endgültigen Charakter haben. Maßgeblich ist stets die aktuellste Version, die über die WCO bzw. die WCO Trade Tools bereitgestellt wird.

Die Tabellen bestehen aus zwei zentralen Komponenten. Table I stellt die neuen HS-2028-Positionen den bisherigen HS-2022-Codes gegenüber und erläutert die strukturellen Änderungen. Table II zeigt die Überleitung ausgehend vom HS 2022 und enthält ergänzende Hinweise zu den tatsächlich betroffenen Waren.

Besondere Bedeutung kommt den sogenannten „ex“-Korrelationen zu. Diese kennzeichnen Fälle, in denen nur ein Teil einer bisherigen Warennummer in eine neue Position überführt wird. In diesen Fällen ist eine automatische Überleitung ausgeschlossen. Vielmehr ist eine detaillierte Einzelfallprüfung erforderlich.

Die Umstellung auf HS 2028 ist nicht nur eine technische Anpassung, sondern dient auch der besseren Überwachung internationaler Handelsströme, insbesondere im Bereich regulierter Stoffe, neuer Technologien und wachsender Produktsegmente. Dadurch ergeben sich unmittelbare Auswirkungen auf die Zolltarifierung, die Exportkontrolle, Präferenzregelungen sowie auf interne Prozesse und Stammdaten.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass die bestehende Tarifierung vollständig überprüft werden muss. Fehlerhafte Einreihungen können zu falschen Zollabgaben, regulatorischen Verstößen und erheblichen finanziellen Risiken führen.

Wouros & Partner unterstützt Unternehmen bei der Analyse der Correlation Tables, der Identifikation betroffener Warennummern sowie bei der Umsetzung der erforderlichen Anpassungen in Zollprozessen, Stammdaten und internen Kontrollsystemen.

Rechtshinweis:

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf veröffentlichten Informationen der World Customs Organization (WCO). Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit wird nicht übernommen.